Was ist Voltigieren?

Voltigieren gehört zu den ältesten Sportarten. Die Wurzel des Voltigierens gehen auf altrömische Zeiten zurück, als das Programm der alljährlichen Spiele aus Wagen- und Pferderennen sowie akrobatischen Vorführungen auf galoppierenden Pferden bestand. Das moderne Voltigieren, wie wir es mit einigen Veränderungen heute kennen, wurde in den 1950er Jahren entwickelt, um vielen Kindern eine preiswerte Möglichkeit für den Einstieg in den Pferdesport zu bieten. Heute hat sich das Voltigieren von einer Freizeitsportart für Kinder und Jugendliche zu einer aktiven Wettkampf- und Leistungssportart mit eigenen Regeln, Turnieren und Meisterschaften entwickelt. So muss das Voltigieren heute als völlig selbstständige Pferdesportart und nicht mehr nur als Vorstufe des Reitsports betrachtet werden.

Voltigieren heißt, turnerisch - gymnastische Übungen auf dem Pferd auszuführen. Diese Sportart kann nur im Zusammenwirken von Voltigieren, Longenführer und Pferd betrieben werden. Deshalb bedeutet Voltigieren nicht nur Sporttreiben mit dem Pferd, sondern auch den Umgang mit dem Partner Pferd zu erlernen sowie Pflichten und Aufgaben bei der Pferdepflege zu übernehmen.

Da die harmonische Zusammenarbeit der Gruppe mit dem Pferd stets im Vordergrund steht, schafft der Voltigiersport Vertrauen zum Pferd, fördert Gemeinschaftssinn und Kreativität, verlangt aber auch Zuverlässigkeit, Mut und Verantwortungsgefühl. Alle körperlichen Fähigkeiten wie z.B. Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer werden dabei geschult und gefördert. Dies alles macht das Voltigieren aus sportlicher und erzieherischer Sicht zu einer idealen Sportart.

Es ist zu unterscheiden zwischen Spiel- und Freizeitgruppen, Nachwuchsgruppen und Wettkampfgruppen im Leistungssport.

Der Unterricht beginnt spielerisch mit einfachen Grund- und Balanceübungen. Viele Spiele um das und mit dem Pferd sollen Kinder sicher machen im Umgang mit ihrem neuen Trainingspartner. Mit viel Spaß sind sie bei der Sache und entdecken jedes Mal etwas Neues, was sie danach stolz zu Hause erzählen.
Wer möchte, kann nach einiger Zeit in eine Nachwuchsgruppe wechseln. Hier werden gezielt Pflicht- und Kürübungen trainiert mit dem Ziel, diese bei Breitensportlichen Wettbewerben zu präsentieren und so erste Turnierluft zu schnuppern.

Wenn alles stimmt, kann sich über die Jahre aus einer solchen Nachwuchsgruppe eine Leistungsgruppe entwickeln. Wenn man alle Übungen im Galopp turnen kann, startet man in der Leistungsklasse E. Durch entsprechende Erfolge kann man über die Leistungsklassen A, L und M bis zur höchsten Klasse S aufsteigen und an Meisterschaften teilnehmen. Seit Anfang 2008 gibt es in den Leistungsklassen keine Altersbeschränkungen mehr. Des Weiteren gibt es Einzel- und Doppelvoltigieren, worin man (bis auf besondere Ausnahmen) ab dem 16. Lebensjahr auf Turnieren starten darf.

Teilweiser Quellenauszug aus "Voltigieren vom Anfänger zum Könner" von Ulrike Rieder

 
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